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In Produktion

"Das ist doch voll schwul!"

Jugendliche und ihr Coming-Out

Sender: ZDFinfokanal

Regie: Sabrina Dittus

Laut einer Studie von 2008 wollen 61% der Deutschen mit dem Thema Homosexualität möglichst wenig in Berührung kommen.
Besonders verbreitet ist Homophobie an den Schulen. Das Wort „schwul“ oder „schwule Sau“ zählt zu den häufigsten Schimpfwörtern.
Vieles ist schon besser geworden in Deutschland für Schwule und Lesben, die Schätzungen zufolge, immerhin 5-10 Prozent der Bevölkerung ausmachen (andere Schätzungen gehen von eher 15 Prozent aus): Es gibt die Homoehe, man/frau darf die Kinder des/der Partnerin adoptieren, und last but not least: Keine Soap mehr ohne schwule und/oder lesbische Protagonisten! Schwullesbische Lebensformen haben also langsam, aber stetig in den Mainstream-Diskurs Eingang gefunden.
Das ist die eine Seite. Die andere: „Du schwule Sau“ – zweifelsohne eines der beliebtesten Schimpfwörter unter Jugendlichen. Bei homosexuellen Jugendlichen liegt das Suizidrisiko 3-4fach höher als bei den heterosexuellen Altersgenossen.
Auch 5-10% der Jugendlichen sind schwul oder lesbisch. Doch wer denkt, daß die es heute viel besser, viel einfacher haben als Schwule und Lesben vor 20 Jahren, daß ihr Sex-und Liebesleben weniger Restriktionen unterliegt, der/die irrt!
Franky, Marcus und Sinan erzählen uns ihre ganz eigenen Geschichten.

Franky, 21, hatte nach ihrem Zwangsouting eine ziemlich schwere Schulzeit und fühlte sich irgendwann gezwungen, früher die Schule zu verlassen. Heute, vier Jahre später, holt sie ihr Abitur nach und engagiert sich bei dem schwul-lesbischen Jugendverein "AndersArtig" in Potsdam und arbeitet sogar an dem Aufbau einer eigenen Jugendgruppe.

Marcus, 19, lebt in Königs-Wusterhausen und fährt in jeder freien Minute nach Berlin. Dort, sagt er, kann er sich freier bewegen. Seine Schulzeit war teilweise schwer, denn schon seit der Grundschulzeit musste er sich die blöden Sprüche seiner MitschülerInnen gefallen lassen. Auch ihm geht es heute besser, er hat einen guten Freund, Dennis, in Königs-Wusterhausen und freut sich schon auf seinen Umzug nach Berlin, nachdem er seine Ausbildung als Friseur beendet hat.

Bei Sinan, 16, war alles ganz einfach. Sein Outing verlief in der Schule und bei seinen Eltern ohne große Komplikationen und Widerstände. Selbst sein türkischer Vater steht zu 100% hinter ihm. Regelmäßig besucht sinan eine Jugendgruppe bei "Lambda" in Berlin und setzt sich gegen Homophobie ein. Und er schlägt vor, dass es doch auch mal einen schwulen James Bond geben sollte!